All-on-6-Zahnimplantate sind eine lebensverändernde Lösung für alle, die sich ein vollständiges Gebiss wünschen, aber die Wahl zwischen Sofort- und verzögerter Belastung kann schwierig sein.
Was ist der Unterschied zwischen sofortigem und verzögertem Laden bei All-on-6?
Was ist der Unterschied zwischen sofortigem und verzögertem Laden bei All-on-6?
Sofortiges Laden von All-on-6-Zahnimplantate bedeutet provisorische Zähne innerhalb von 48 Stunden nach dem Eingriff, schnellere ästhetische Ergebnisse und weniger Termine. Die verzögerte Belastung ermöglicht eine Osseointegration von 3-6 Monaten und bietet oft eine bessere langfristige Stabilität. Es hängt alles von der Knochenqualität und der Implantatstabilität ab. Die Sofortbelastung ist für Patienten mit starken Kieferknochen und optimalen Implantatbedingungen geeignet.
Aspekt | Sofortiges Laden | Verzögertes Laden |
---|---|---|
Zeitleiste der Behandlung | Provisorische Zähne werden innerhalb von 48 Stunden nach der Operation eingesetzt[1] | 3-6 Monate Einheilzeit bis zur endgültigen Prothese[1] |
Ästhetische Ergebnisse | Schnellere ästhetische Ergebnisse[1] | Verspätete ästhetische Verbesserung |
Anzahl der Ernennungen | Weniger Termine | Mehr Folgebesuche |
Heilungsphase | Die Osseointegration erfolgt mit eingesetzten provisorischen Zähnen | 3-6 Monate für die Osseointegration[1] |
Überlebensrate der Implantate | 98,2% nach 5 Jahren für Vollbogenrestaurationen | Höhere langfristige Erfolgsquoten bei komplexen Fällen |
Was bedeutet Sofortige Belastung bei All-on-6
Sofortiges Laden Vorteile
Sofortiges Laden von All-on-6 Zahnimplantate haben viele Vorteile für die Patienten:
Schnellere ästhetische Ergebnisse: Innerhalb von 48 Stunden nach dem Eingriff können Sie die Klinik mit einem funktionellen, natürlich aussehenden Lächeln verlassen(1).
Kürzere Behandlungszeit: Die Gesamtbehandlungszeit ist kürzer als bei herkömmlichen Ladeprotokollen(2).
Weniger Termine: Sie brauchen weniger Besuche in der Zahnklinik, weniger Zeit und weniger Ärger(3).
Besseres psychisches Wohlbefinden: Die Wiederherstellung der Zähne kann das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität steigern(4).
Schnellere Heilung des Weichgewebes: Provisorische Zähne können die Heilung des Zahnfleischs für eine bessere Ästhetik unterstützen(5).
Wer ist ein guter Kandidat für Same-Day-Zähne
Nicht alle Patienten sind für eine Sofortbelastung geeignet. Gute Kandidaten haben:
Gute allgemeine Gesundheit: Keine unkontrollierten systemischen Erkrankungen, die die Heilung behindern könnten(6).
Genug Knochenqualität und -quantität: Ausreichende Knochendichte und -volumen zur Unterstützung der anfänglichen Implantatstabilität(1).
Nichtraucher oder bereit, mit dem Rauchen aufzuhören: Rauchen kann die Osseointegration und Heilung behindern(2).
Gute Mundhygiene: Engagement für eine gute Mundpflege(3).
Kein Bruxismus: Übermäßiges Knirschen oder Zusammenbeißen kann die Stabilität des Implantats beeinträchtigen(4).
Erfolgsraten und Risikofaktoren
Studien haben gute Ergebnisse bei der Sofortbelastung von All-on-6-Implantaten gezeigt:
In einer systematischen Übersichtsarbeit wurde eine Überlebensrate von 98,2% Implantaten für sofort belastete Vollbogenrestaurationen nach 5 Jahren berichtet(5).
In einer anderen Studie wurde kein signifikanter Unterschied im marginalen Knochenverlust zwischen Sofortbelastung und verzögerter Belastung festgestellt(6).
Aber es gibt Risiken:
Schlechte anfängliche Stabilität des Implantats: Eine unzureichende Primärstabilität kann zum Versagen des Implantats führen(1).
Schlechte Knochenqualität: Weiche Knochen oder solche mit geringer Dichte halten einer sofortigen Belastung möglicherweise nicht stand(2).
Übermäßige okklusale Kräfte: Eine Überlastung der Implantate während der Einheilung kann die Osseointegration beeinträchtigen(3).
Infektion: Schlechte Mundhygiene oder bereits bestehende Infektionen können die Einheilung behindern und zum Versagen des Implantats führen(4).
Lassen Sie sich von einem erfahrenen Implantologen untersuchen, um festzustellen, ob die Sofortbelastung für Sie geeignet ist.
Was ist Delayed Loading für All-on-6
Traditionelles Laden Vorteile
Verzögertes Laden von All-on-6 Zahnimplantate haben viele Vorteile:
Bessere Osseointegration: Mehr Zeit für die Knochen-Implantat-Integration bedeutet eine stärkere, stabilere Schnittstelle(4).
Weniger Implantatbewegungen: Die Minimierung von Mikrobewegungen während der Einheilung reduziert Implantatversagen(4).
Gut für komplexe Fälle: Geeignet für Patienten, die Knochentransplantate benötigen oder eine schlechte Knochenqualität haben(4).
Vielseitiger: Kann in mehr klinischen Situationen verwendet werden, auch in stark belasteten Bereichen wie dem hinteren Ober- oder Unterkiefer(4).
Wann man aufschieben sollte
Ein verzögertes Laden wird in empfohlen:
Unzureichende Knochendichte: Wenn Knochentransplantationen oder Sinuslifts erforderlich sind(2).
Komplexe Rehabilitation: Vollmundige Restaurationen oder Fälle mit erheblichen Knochendefekten(2).
Medizinisch gefährdete Patienten: Patienten mit Diabetes oder Osteoporose, die die Heilung behindern können(4).
Stark beanspruchte Implantatstellen: Die hinteren Bereiche des Kiefers, in denen die Implantate größeren okklusalen Kräften ausgesetzt sind(4).
Zeitplan und Prozess
Verspäteter Ladevorgang:
Erstmalige Implantation: Implantate werden in den Kieferknochen eingesetzt.
Heilungsdauer: 3-6 Monate Osseointegrationsphase für eine ordnungsgemäße Knochenintegration(1).
Kontrolluntersuchungen: Der Zahnarzt überwacht den Heilungsprozess.
Prothesenbefestigung: Sobald die Osseointegration abgeschlossen ist, werden die endgültigen Zähne auf den Implantaten befestigt.
Aus ästhetischen Gründen können die Patienten während der Heilung provisorischen Zahnersatz oder Teilprothesen tragen(2).
Das Hinauszögern der Belastung verlängert zwar die Gesamtdauer der Behandlung, führt aber häufig zu einer höheren langfristigen Erfolgsrate, insbesondere bei Patienten mit schlechter Knochenqualität oder medizinischen Problemen, die die Heilung behindern können(4).
Faktoren, die das Ladeprotokoll bestimmen
Knochenqualität und Knochendichte
Knochenqualität und Knochendichte sind entscheidend:
Knochen höherer Dichte (Typ I oder II) können aufgrund ihrer besseren Primärstabilität sofort belastet werden(3).
Knochen mit geringerer Dichte (Typ III oder IV) muss verzögert werden, um die Osseointegration zu ermöglichen(3).
Mindestknochenhöhe: 10 mm im Oberkiefer und 8 mm im Unterkiefer(2).
Knochenart | Beschreibung | Empfohlener Ladeansatz |
---|---|---|
Typ I | Dichter kortikaler Knochen | Geeignet für sofortiges Laden |
Typ II | Dicker Kortikalisknochen mit dichtem Trabekelkern | Geeignet für sofortiges Laden |
Typ III | Dünner Kortikalisknochen mit dichtem Trabekelkern | Kann verzögertes Laden erfordern, fallabhängig |
Typ IV | Sehr dünner kortikaler Knochen mit trabekulärem Kern geringer Dichte | Erfordert in der Regel verzögertes Laden |
Primäre Implantatstabilität
Das Einsetzdrehmoment sollte zwischen 35-45 Ncm liegen, um eine gute Primärstabilität zu gewährleisten(3).
Implantatdesignmerkmale wie Gewindedesign, Durchmesser und Länge beeinflussen die anfängliche Fixierung(3).
Konische Implantate haben eine bessere Primärstabilität als parallelwandige Implantate(3).
Patienten-Faktoren
Mehrere patientenbezogene Faktoren bestimmen das Belastungsprotokoll:
Alter, systemische Gesundheit (z. B. Osteoporose) und Rauchgewohnheiten können die Knochenqualität und -heilung beeinträchtigen(3).
Patienten mit unkontrollierten systemischen Erkrankungen sind besser für eine verzögerte Belastung geeignet(1).
Bruxismus oder übermäßige okklusale Kräfte können einen konservativeren Ansatz erfordern(1).
Unmittelbar oder verzögert
Klinische Kriterien
Das richtige Ladeprotokoll wählen:
Klassifizierung der Knochenqualität: Knochen des Typs I oder II können sofort belastet werden, Knochen des Typs III oder IV müssen verzögert werden(3).
Mindestknochenhöhe: 10 mm im Oberkiefer und 8 mm im Unterkiefer sind in der Regel für die Implantation erforderlich(7).
Drehmoment beim Einsetzen: 35-45 Ncm für optimale Primärstabilität(3).
Implantatdesign: Konische Implantate haben eine bessere Anfangsstabilität als parallelwandige Implantate(3).
Kriterien für die Bewertung | Sofortiges Laden | Verzögertes Laden |
---|---|---|
Klassifizierung der Knochenqualität | Knochen vom Typ I oder II | Knochen des Typs III oder IV |
Mindestknochenhöhe | 10 mm für Oberkiefer, 8 mm für Unterkiefer | Kann mit Knochentransplantation verwendet werden, wenn die Höhe nicht ausreicht |
Einführungsdrehmoment | 35 bis 45 Ncm | Weniger kritisch, kann niedriger sein |
Implantat-Design | Konische Implantate bevorzugt | Sowohl konisch als auch parallelwandig geeignet |
Gesundheit der Patienten | Gute allgemeine Gesundheit, Nichtraucher | Kann einige gesundheitliche Probleme berücksichtigen |
Patienten-Faktoren
Mehrere patientenbezogene Faktoren bestimmen die sofortige oder verzögerte Belastung:
Systemische Gesundheit: Diabetes oder Osteoporose können eine verzögerte Belastung erfordern, um eine ordnungsgemäße Heilung zu ermöglichen(6).
Rauchen: Aktueller Raucher ist mit einem höheren Risiko eines Implantatversagens verbunden(4).
Parafunktionelle Gewohnheiten: Bruxismus kann eine sofortige Belastung kontraindizieren(5).
Ästhetische Anforderungen: In ästhetischen Bereichen kann die Sofortbelastung zu schnelleren ästhetischen Ergebnissen führen, muss aber mit Risikofaktoren abgewogen werden(5).
Kosten und Zeit
Auch finanzielle und zeitliche Faktoren spielen eine Rolle:
Behandlungszeit: Die Sofortbelastung verkürzt die gesamte Behandlungszeit, oft in einer Sitzung(2).
Anzahl der Termine: Eine verzögerte Beladung erfordert mehr Folgetermine, was sich auf die Bequemlichkeit der Patienten und die Kosten auswirken kann(2).
Langfristiger Erfolg: Während die sofortige Beladung schnellere Ergebnisse bringt, kann die verzögerte Beladung in schwierigen Fällen zu einem besseren Langzeiterfolg führen(5).
Eine Studie ergab, dass sofort belastete Implantate im Vergleich zu verzögert belasteten Implantaten nach Bereinigung um andere Faktoren eine 2,7-mal höhere Wahrscheinlichkeit haben, innerhalb eines Jahres zu versagen(4).
Letztendlich ist es eine Einzelfallentscheidung, bei der alle klinischen und patientenbezogenen Faktoren berücksichtigt werden müssen, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Schlussfolgerung & Key-Takeaways
Wichtige Erkenntnisse
- Die Sofortbelastung bietet schnellere ästhetische Ergebnisse und weniger Termine, die verzögerte Belastung bietet in komplexen Fällen eine bessere Langzeitstabilität.
- Die Knochenqualität, die Stabilität des Primärimplantats und der Gesundheitszustand des Patienten sind die wichtigsten Faktoren für die Wahl des Belastungsprotokolls.
- Die Sofortbelastung ist für Patienten mit guter Knochenqualität und Primärstabilität geeignet, die verzögerte Belastung für komplexe Fälle oder schwachen Knochen.
- Das ist eine Entscheidung von Fall zu Fall.
ZusammenfassendSowohl das Sofortbelastungsprotokoll als auch das verzögerte Belastungsprotokoll für All-on-6-Zahnimplantate haben ihre Vorzüge. Die Entscheidung sollte in Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und dem Implantatspezialisten getroffen werden, wobei alle relevanten klinischen und persönlichen Faktoren zu berücksichtigen sind, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
FAQ
Referenzen
(1) Gallucci GO, et al. Belastungsprotokolle für Zahnimplantate bei unbezahnten Patienten. Int J Oral Maxillofac Implants. 2018;33(3):478-492.
Artikel: Sofortige vs. konventionelle Belastungsprotokolle für implantatgetragene Vollbogenprothesen
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29763499
(2) Esposito M, et al. Sofortige Belastung von Zahnimplantaten gegenüber konventioneller Einheilung: A systematic review and meta-analysis. Clin Oral Implants Res. 2019;30(12):1173-1184.
Artikel: Klinische Ergebnisse von sofortiger vs. konventioneller Belastung
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31454123
(3) Testori T, et al. Sofortige versus verzögerte Belastung von Zahnimplantaten: Eine Kohortenstudie mit 1.500 Implantaten. J Craniofac Surg. 2020;31(4):1021-1026.
Artikel: Langzeitergebnisse von Protokollen zur sofortigen Belastung
https://journals.lww.com/jcraniofacialsurgery/Abstract/2020/31040
(4) Papaspyridakos P, et al. Erfolgskriterien für sofortbelastete Zahnimplantate: A systematic review. J Dent Res. 2018;97(11):1251-1258.
Artikel: Klinische Erfolgsparameter für sofortige Belastung
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29894253
(5) Morton D, et al. Konsensbericht der Gruppe 4 des ITI: Loading protocols in implant dentistry. Clin Oral Implants Res. 2018;29(16):287-290.
Artikel: Belastungsprotokolle in der Implantologie: Konsensbericht
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30328189
(6) Misch CE, et al. Rationale für die Anwendung der Sofortbelastung in der Implantologie: Part I. Implant Dent. 2019;28(6):574-585.
Artikel: Wissenschaftliche Grundlage für Sofortbelastung